Weiter geht’s mit dem 2. Teil der Fotoreise auf die Isle of Skye (zum 1. Teil geht’s HIER entlang). Auch an unserem vierten Tag sollten wieder viele (Foto-)Abenteuer auf uns warten – am Quiraing, dem Fairy Glen, einem namenlosen Wasserfall und am Neist Point.

Der Himmel brennt

Wieder hieß es früüüüüh aufstehen. Um 5:30 Uhr war Abfahrt, denn wir wollten natürlich pünktlich zum Sonnenaufgang am Quiraing sein. Eine Uhrzeit, die mir als Langschläfer nicht soooo leicht fällt, aber für tolle Fotos mach ich – fast – alles und ich kann euch versprechen: es hat sich soooo gelohnt.

Die Dämmerung begann gerade, als wir die Hochebene stürmten und bei ersten Fotos zur blauen Stunde auf das Glühen am Himmel warteten.

Blaue Stunde am Quiraing (10 mm / f9.0 / 30 sec / ISO 100)

Schottisches Farbenspiel zur blauen Stunde (KLICK zum Vergrößern!)

Und wir wurden nicht enttäuscht: Wie erwartet war das Zeitfenster des Sonnenaufgangs relativ kurz, dafür umso beeindruckender. Wie gut, dass wir uns einen Tag vorher mit der Location schon vertraut gemacht hatten, denn so konnten unsere Kameras mit dem Himmel um die Wette glühen, ohne dass wir auch noch hektisch nach der besten Komposition suchen mussten (okay, ein wenig hektisch wird man bei so einem Licht dann irgendwie trotzdem – wer kennt das nicht 😅).

Und der Himmel brennt – Sonnenaufgang am Quiraing

Für so einen Anblick lohnt sich doch das frühe Aufstehen selbst für Langschläfer 😉 (11 mm / f11 / 6 sec / ISO 100)

Da glühen Himmel und Kameras um die Wette … (10 mm / f9.0 / 1 sec / ISO 100)

Das Schauspiel des Sonnenaufgangs war kurz, aber umso beeindruckender (KLICK zum Vergrößern!)

Anschluss zur Gruppe verloren?

Nachdem wir uns nach diesem Schauspiel alle wieder beruhigt hatten, blieben wir noch ein ganzes Weilchen am Quiraing und tobten uns weiter aus …

Paradies für Landschaftsfotografen: der Quiraing

Hinter jeder Ecke verbirgt sich eine neues Motiv (16 mm / f9.0 / 1,6 sec / ISO 100)

Wir durften uns „frei bewegen“ – und während ich noch etwas im vorderen Bereich blieb, zogen die anderen schon nach und nach weiter nach hinten, wo es noch so viel mehr zu entdecken gab. Aber als ich auch weiterwollte, waren plötzlich alle weg. Kurzer Schreck! Wo waren auf einmal alle hin? Man konnte doch eigentlich über die ganze Ebene blicken …

Aber da ich ja wusste, in welche Richtung die anderen gegangen waren, ging ich auch weiter … und siehe da, sie hockten alle in einer „Felsspalte“ (oder soll ich lieber sagen „Erdloch“? 😆), um einen Baum zu fotografieren 😆 Ich sag ja: da hatten sich ein paar Fotoverrückte gefunden 😄

Gruppe verloren? Ach was, die sitzen nur in einer „Felsspalte" …

Ach, da hocken sie ja! 😉

Versteht sich von selbst, dass ich mich auch noch dazusetzte, oder? 😉

Augen auf! Denn hinter jeder Ecke „lauert“ ein neues Motiv! (16 mm / 1/8 sec / f10 / ISO 100)

Paradies für Landschaftsfotografen: der Quiraing (KLICK zum Vergrößern!)

Nur noch 5 Minuten …!

Nach über drei Stunden Foto-Adrenalinkick merkten wir irgendwann, dass wir eigentlich alle relativ nass, durchgefroren und hungrig waren. Ich finde, das ist immer das beste Zeichen: wenn man’s erst danach merkt. Beim Fotografieren selbst waren wir alle viel zu abgelenkt und im „Fotomood“, um auf irgendetwas anderes zu achten ☺ WInd, der einem ununterbrochen um die Nase weht? Nasses Gras, in dem man liegt? Matsch? Schafsch***? EGAL! Es hat soooo viel Spaß gemacht!! 😊

Ich hätte einfach ewig dort weiterfotografieren können! (Panorama aus 8 Fotos)

Wer würde bei so einem Anblick nicht im 7. Fotohimmel sein? (KLICK zum Vergrößern!)

Loving life! (10 mm / f5.6 / 1/40 sec / ISO 250)

Und zwischen all den Fotos einfach mal die Aussicht genießen … ach, davon kann man ja auch ein Foto machen 😉 [KLICK zum Vergrößern!]

Schweren Herzens machten wir uns also auf den Weg zum Auto, um weiter zum nächsten Spot zu fahren. Doch Halt! Noch ein allerletztes Foto musste sein!

Denn auf dem Rückweg taten sich noch einmal ganz neue Perspektiven und Blickwinkel auf und dieses Motiv wollten wir uns einfach nicht entgehen lassen … Danke an Lukas Voegelin für dieses Foto von mir!

„Mach’s gut, Quiraing! Ich hoffe, ich komm bald wieder!“

Nur noch EIN letztes Foto! 😉 © Lukas Voegelin

Wir wärmten uns im Auto auf und stärkten uns ein wenig für den nächsten Spot: dem Fairy Glen.

Der Wachturm im Tal der Elfen

Ein Tal mit Wasserfällen und ganz bizarren Hügeln. Angeblich wohnen hier die Elfen und Feen und wenn man dort ist, man kann sofort verstehen, warum 😊 Leider regnete es ununterbrochen, trotzdem schnappten wir uns natürlich unser Zeug und schwärmten aus. Und tatsächlich sollte das der einzige Fotospot unserer Reise werden, an dem ich selber gar nicht fotografierte, sondern nur „modelte“ 😅: Denn nachdem wir mit einem Teil der Gruppe einen – wie ich fand – ziemlich steilen Hügel hochgekraxelt waren, waren wir uns eigentlich alle einig, dass es doch cool aussehen würde, wenn auf dem hohen Fels in der Mitte jemand stehen würde … Denn dort überragt nämlich der „Castle Ewen“ – oder „der Wachturm“ – das gesamte Tal.

Getreu dem Motto „Alles fürs Foto!“ kletterte/rutschte ich den Hügel, auf dem wir standen, halt wieder runter (Regenhose und schlammiger Boden machen so manchen Weg bergab ziemlich einfach 😆) und kraxelte gegenüber wieder hoch. Dort waren tatsächlich ein kleiner Trampelpfad und eine Felsspalte, durch die man sich quetschen konnte – und schon stand ich oben.

Selbst ein Fels sieht hier hübsch aus :-)

Der Aufstieg auf den Castle Ewen

Während die anderen – nach wie vor im Dauerregen – ihre Kameras einrichteten, durfte ich als Belohnung ein wenig die Aussicht übers Tal genießen. Gibt Schlimmeres 😉

Meine Fotocrew auf dem Hügel gegenüber

Kleine Erklärung zur Lage der Nation

Fairy Glen, man versteht sofort, warum hier die Elfen und Feen leben …

Der Blick übers Tal, das von bizarren Hügeln durchzogen ist.

Dauerregen am Fairy Glen – trotzdem schöööön!

Bei der Aussicht über das zauberhafte Fairy Glen macht mir selbst der Dauerregen nichts mehr aus.

There it is:

Kathrin auf dem Castle Ewen – I like it :-)

Voilà – die Fee auf dem Turm. Oder so ähnlich 😉 © Lukas Voegelin

Fotosüchtig? Aber klar!

Anschließend fuhren wir erst einmal zurück zur Unterkunft – essen, schlafen, Ausrüstung trocknen, Bilder sichern, ausruhen … so war der Plan. Lange hielten die Jungs und ich es aber gar nicht aus und wir überlegten schon wieder, was wir denn als nächstes fotografieren könnten 😉.

Uns war beim Hin- und Herfahren ein kleiner Wasserfall direkt an der Straße aufgefallen – den wollten wir uns mal vornehmen. Wir wussten zwar nicht genau, wie wir hinkommen sollten, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg Foto. Also parkten wir an der Straße und kämpften uns durch Farn, Gebüsch und durch einen Bach, um zum Wasserfall zu gelangen. Er war kleiner als gedacht und mit der kompletten Gruppe hätten wir wahrscheinlich auch gar keinen Platz gehabt. Es war eng, es schüttete schon wieder, aber wir hatten wie immer großen Spaß und waren froh, dass wir auch dieses kleine Abenteuer „auf uns genommen“ hatten.

Kleines Fotoabenteuer am namenlosen (?) Wasserfall. Ein großer Spaß!

Wasserfall von der Straße aus gesehen. Hingefahren. Fotografiert. Hat sich gelohnt 🙂

Naturgewalt am Neist Point

Für den Abend/den Sonnenuntergang war der Neist Point geplant. Ein Spot, auf den ich mich im Vorfeld schon sehr gefreut hatte. Ein Leuchtturm am Ende einer langen Klippe – einer DER klassischen Fotospots auf der Isle of Skye. Aber leider machte uns das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung: Die ersten Ausläufer eines Orkans, der eine Woche später für Hochwasser und viele Sturmschäden v.a. in Irland sorgen sollte, machten fotografieren leider tatsächlich unmöglich.

Trotzdem fuhren wir erst einmal hin. Die Alternative wäre gewesen im Haus zu bleiben und das wollte auch keiner. Und wer weiß? So wechselhaft, wie das schottische Wetter ist, hätte es ja auch sein können, dass sich vielleicht ein paar Wolkenlücken auftun, der Regen aufhört oder der Sturm abflaut? Nichts von alledem sollte der Fall sein …

„Da spürt man, dass man lebt.“

Wir fuhren also zum Parkplatz am Neist Point und da waren Wind und Regen noch einmal krasser als bei uns am Haus. Klar, direkt an der Küste … Selbst im Auto merkten wir den Sturm, der unseren Van regelrecht durchschüttelte. Aber im warmen/trockenen Auto sitzen kann ja jeder – also raus mit uns!

Es war wirklich unglaublich … Naturgewalt pur! Der Wind peitschte ins Gesicht, man konnte sich teilweise kaum auf den Beinen halten.

(Mal wieder ein Insta-Story-Video – deshalb hochkant – TON AN! 🙂 )

 

Ich weiß nicht, welche Windstärke es war, aber man musste sich richtig gegen den Sturm stemmen. An einer Klippe gibt es einen kleinen Wasserfall – selbst da „pustete“ der Wind so stark, dass das Wasser über die Kante nach oben spritzte, anstatt herunterzufließen! Verrückt … so etwas hab ich persönlich noch nicht erlebt.

Sturm am Neist Point – „Da spürt man, dass man lebt.“

Durch den Sturm weht es sogar den Wasserfall nach oben. Naturgewalt pur!

Und da es den meisten anderen von uns genauso ging, genossen wir auch dieses Erlebnis total. Auch ohne Fotos. Das zu erleben, die Natur und das Leben zu spüren und auf sich wirken zu lassen. Es hat einen riesengroßen Spaß gemacht und uns alle echt beeindruckt. Auch solche Erlebnisse gehören dazu und brennen sich ins Gedächtnis. Und genau das macht es doch so spannend, oder?

Durchgepustet und glücklich fielen wir alle bald ins Bett – denn der nächste Tag mit neuen spannenden (Foto-)Abenteuern wartete schon auf uns. (Fortsetzung folgt!)

Ihr kennt Teil 1 der Reise noch nicht? HIER entlang! Einzelne Fotospots auf der Isle of Skye stell ich euch HIER genauer vor. Weitere folgen!! 

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