Schwupp di wupp ist der November auch schon wieder vorbei. Zeit für das nächste Foto des Monats! Heute mit Light Trails vom Thunersee in der Schweiz. Light Trails – oder auch Lichtspuren – zu fotografieren ist für mich jedes Mal etwas Besonderes und ich flippe regelmäßig aus beim Fotografieren.

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Light Trails fotografieren kann richtige Glücksgefühle auslösen. Wenn es denn klappt … Canon EOS 70D / 10 mm / f 10 / 25 sec / ISO 400 (KLICK zum Vergrößern!)

Aber fangen wir vorne an: Dieses Bild ist an einem wunderschönen und noch nicht allzu kalten Novemberabend in der Schweiz entstanden. Wir hatten im Vorfeld ein wenig recherchiert, wo genau am Thunersee sich diese Kurve befindet und wie man es schafft, diesen etwas erhöhten Blickwinkel hinzubekommen. Wie sich herausstellte, war es gar nicht so schwer. Direkt neben einer Bushaltestelle führt ein kleiner Weg den Berg hinauf und dort hat man an einer kleinen Mauer sogar genug Platz, sein Stativ zu platzieren. Ein wenig Puzzelei war noch nötig, um nicht zu viel vom Baum im Blick zu haben und unser eigenes Auto mussten wir umparken, das natürlich auch nicht im Bild sein sollte, und schon konnte es los gehen. (Wollt ihr auch mal an dieser Straßenkehre fotografieren? HIER habe ich eine genaue Beschreibung des Spot für euch – und noch mehr Fotos 😊)

Alles muss stimmen

Light Trails haben für mich jedes Mal wieder einen besonderen Reiz und bieten eine riesengroße Menge Spaß. Warum? Man braucht Geduld und eine große Portion Glück. Wenn man die richtigen Kameraeinstellungen gefunden hat, muss es ab und zu schnell gehen. Man ist abhängig von den unbekannten Autofahrern, die bitte in der passenden Geschwindigkeit, zur rechten Zeit in deinem Bildausschnitt vorbei fahren müssen. Wenn man rote und weiße Lichtzieher haben möchte, dann braucht man auch noch zwei Autos, die sich innerhalb der Belichtungszeit entgegenkommen.
Kommen zu viele Autos? Dann klappt die Aufnahme nicht, weil das Bild zu hell wird. Kommen zu wenige Autos? Dann sehen die Lichtspuren wahrscheinlich nicht so aus, wie man es sich gewünscht oder die Kamera eingestellt hat.

Schluss mit der Entspannung

Immer wieder gibt es die Momente, in denen man bereit ist für DEN Shot. Man hört Motorengeräusche …

… und dann kommt aber plötzlich ein Bus, ein langsam knatternder Roller, ein Überholmanöver oder ein Auto, bei dem ein Scheinwerfer kaputt ist (Liebe Autofahrer, denkt bitte an die Verkehrssicherheit und die Fotografen am Straßenrand und checkt regelmäßig, ob eure Lichter funktionieren! 😉). Ihr könnt euch vorstellen, dass es dann regelmäßig vorbei ist mit meiner Ruhe und Gelassenheit, die ich mir doch beim Yoga immer wieder versuche beizubringen, und ich beginne, die Autos herbeizurufen oder anzufeuern, wenn sie an mir vorbeifahren. 😁

Glücksgefühle

Denn ein weiterer Spaßfaktor bei den Light Trails ist, dass man sie mit bloßem Auge nicht sehen kann. Man drückt den Auslöser und wartet gespannt die 10 … 20 … 30 Sekunden ab (und die können laaaaaaaang werden), während das Auto an einem vorbeirauscht. Erst wenn die Belichtungszeit rum und das Bild auf die Speicherkarte gebannt ist, kommt der große Überraschungsmoment. Passte die Belichtungszeit zur Geschwindigkeit des Autos? Ist das Bild zu hell oder zu dunkel? Ist die Lichtspur vollständig?

Wenn nicht, heißt es, Kamera neu einstellen (denn wenn man zur blauen Stunde unterwegs ist, nimmt das Tageslicht ja noch weiter ab), weitere Autos herbei“beten“ und einen neuen Versuch starten.

Aber wenn doch: dann bekommt man einen kleinen Fotografen-Adrenalinkick, ein Grinsen breitet sich im Gesicht aus (okay, manchmal jubel ich auch laut) und natürlich versucht man es auch dann noch einmal 😉 So fühlen sich wahrscheinlich Fußballer, die ein Tor geschossen haben.

Immer wieder!

Ja, einen kleinen Suchtfaktor haben Light Trails tatsächlich für mich. Es ist ein Glücksspiel und gibt einen kleinen „Kick“, wenn es klappt.

Also wenn ihr mal wieder Fotos von solchen Lichtspuren von mir seht oder im Dunkeln durch (kurvige) Landstraßen fahrt, dann denkt an mich. Vielleicht stehe ich gerade jubelnd am Straßenrand 😊

>> HIER habe ich ein Best of meiner Light Trail-Fotos für euch zusammengestellt. <<